Weihnachten bin ich Zuhaus‘
Viele Jahre waren meine Frau und ich mit Freunden im Theater Hagen im Weihnachtskonzert von Guildo Horn.
Besser gesagt Bestandteil des Konzertes.
Wer selbst einmal dabei war, weiß, dass es eine Gemeinschaftsveranstaltung im wahrsten Sinne des Wortes ist.
Die Pandemie zwang eine Pause auf.
Und dann kam immer etwas dazwischen.
Vor ein paar Tagen war es wieder so weit. Leider – und das sage ich mit etwas Wehmut - ohne uns.
Es erreichten uns aber ein paar Posts, die deutlich machten:
Weihnachten mit dem Meister ist etwas ganz Besonderes.
Wer noch keine Weihnachtsgefühle hatte, spätestens im Konzert oder danach oder - wie für uns in diesem Jahr – durch ein paar Bilder auf dem Handy, sind sie da: Weihnachtsgefühle.
Einige Gefühle von früher, ein paar auch von ganz früher.
In der Familie mit bestimmten Ritualen, vielleicht auch mit Menschen, die jetzt nicht mehr da sind.
Oder mit den aufgeregten Kindern, die jetzt erwachsen sind.
Ich bin mit meinen Töchtern immer spazieren gegangen, wenn das Christkind bei uns die Geschenke gebracht hat.
Oder als ich am Pferdestall der Weihnachtsmann war, der auf einer Kutsche stehend auf den Hof kam.
Es fühlte sich damals mehr nach einem Wagenrennen wie im Film „Ben Hur“ mit Charlton Heston an.
Ein alter Schinken. Allerdings immer noch ein Jahr jünger als ich.
Vermisst Du auch etwas?
Wenn man etwas oder jemanden vermisst, meldet sich meistens Trauer, weil etwas verloren gegangen ist.
Trotzdem sollten wir nicht in tiefe Trauer verfallen.
Wir wünschen uns doch gegenseitig immer FROHE Weihnachten, oder?
Oh Du fröhliche…habe ich früher in der Kirche oder auch zu Hause gesungen.
O du fröhliche, O du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ward geboren:
Freue, freue dich, O Christenheit!
Dieses Jahr konnte man wieder einmal mehr tatsächlich den Eindruck gewinnen, dass die Welt verloren ging.
Zumindest die, die man kannte.
Aber Erinnerungen können nicht verloren gehen, wenn Du sie pflegst.
Also sei erfinderisch und schau, wie Du trotz aller Einschränkungen und schlechten Nachrichten FROHE Weihnachten haben kannst.
Erinnere Dich an schöne Dinge.
Dinge und Rituale, die früher Weihnachten so schön für Dich gemacht haben.
Und jetzt kommt auch Guildo Horn wieder ins Spiel.
„Weihnachten bin ich Zuhaus“ lautet der Titel des Liedes, das im Original von Roy Black ist.
Hier der Songtext:
Ich geh meinen Weg auf der großen Welt
Lebe das Leben wie's mir gefällt
Der Himmel ist weit, die Sonne, die scheint
Und ich freu mich, wenn das Glück es gut mit mir meint
Doch fällt über Nacht dann leise der Schnee
Funkeln die Sterne und glitzert der See
Dann weiß ich, dass die Träume auf die Reise geh´n
Und vor der Erinnerung bleiben sie steh´n
Weihnachten, Weihnachten bin ich Zuhaus, wenn auch nur im Traum
Weihnachten steh ich bei Mutter Zuhaus unter dem Tannenbaum
Ich hör die Glocken der Heimat
seh´ zwei Menschen die mir ihre Liebe geschenkt
Sie sind leider nicht hier
Doch die Tränen von mir sagen heute habt Dank dafür…
Ich höre es in der Adventszeit im Auto und es gibt mir neben ein bisschen Wehmut eine große Portion inneren Frieden
und ein warmherziges Gefühl zu Weihnachten.
Ich bin Weihnachten zu Haus. Tatsächlich. Aber es ist keine Frage des Ortes, sondern der Gefühle.
Das kann bei allen etwas Anderes sein.
Stell Dir vor, es gäbe eine Schatzkiste, in der alle Deine guten und schönen Erinnerungen in Form von Fotos, Karten,
Symbolen oder Notizen liegen.
Wühl mal ein bisschen in der Kiste und lass Deine Erinnerungen lebendig werden.
Wenn sich etwas Trauer einmischt, lass sie zu.
Sie steht dafür, dass Du fühlen kannst und weißt, was wertvoll war
Und es auch in der Erinnerung noch wertvoll ist
Und dann gib diesem Weihnachten – besser Dir selbst – die Chance, dass etwas Neues in Schatzkiste kommt.
Da ist bestimmt noch Platz, um in diesem und den kommenden Jahren FROHE und WARMHERZIGE Weihnachten zu haben.
© Hans Lunkeit