Schuldlos glücklich!
In den letzten Wochen waren an dieser Stelle schwächende, nicht-resiliente Gefühle überwiegend Thema.
Ein paar sind noch nicht beschrieben. Wenn ich es nicht noch täte, hätte ich dann ein schlechtes Gewissen?
Schulde ich da vielleicht noch ein paar Texte?
Du merkst, es geht heute um „Schuld“-Gefühle.
Sie können sehr belastend sein und stehen daher einer gesunden und funktionierenden Resilienz - psychischer Widerstandskraft – entgegen.
Wie bei allen Gefühlen steckt auch hinter Schuld und ihrem Zwilling, dem schlechten Gewissen ein Thema.
Bei den beiden ist es: „Ich habe das Recht eines Menschen, anderer Menschen verletzt“.
Es geht an dieser Stelle nicht darum, zu lernen andere zu verletzen, ohne sich schuldig zu fühlen oder kein schlechtes Gewissen zu haben.
Das würde diesen Gefühlen nämlich ihren positiven Aspekt nehmen. Den Impuls, etwas wieder gut zu machen, darauf zu achten,
dass sich die Verletzung nicht wiederholt oder wenigstens um Entschuldigung zu bitten.
Es geht darum, es nur dann zu fühlen, wenn es berechtigt ist.
Wem gegenüber hast Du vielleicht Schuldgefühle oder ein schlechtes Gewissen?
Wenn Du jemanden gefunden hast, dann stell Dir bitte folgende Fragen:
Was schulde ich ihr?
Welches seiner Rechte habe ich verletzt?
Was hast DU tatsächlich getan oder unterlassen?
In einigen Fällen wirst du wahrscheinlich feststellen, dass er oder sie tatsächlich kein Recht darauf hatte, dass du etwas tust oder lässt.
Dann könntest du damit aufhören, Dich schuldig zu fühlen oder ein schlechtes Gewissen zu haben.
In einigen Fällen wirst Du vielleicht zum gegenteiligen Ergebnis kommen.
Dann fühlst Du Dich zu Recht schuldig und hast zu Recht ein schlechtes Gewissen.
Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, Dich zu entscheiden. Willst Du weiter mit der Schuld leben? Dann mach nichts und lebe so weiter
und Du kannst sicher sein, dass das schlechte Gewissen sich immer wieder melden wird.
Oder Du kommst ins Handeln.
Aber mach es bitte richtig. Sag nicht einfach „Entschuldigung“ oder, wenn die/der andere noch sauer auf Dich ist „Ich habe mich doch entschuldigt!“. Das kannst Du nämlich nicht.
Du kannst um Entschuldigung oder Verzeihung BITTEN!
Ich denke, diese Abhängigkeit von der Reaktion des anderen hindert viele daran, diesen mutigen Schritt zu machen.
Es ist aber ein ganz wichtiger, um „schuldenfrei“ zu werden.
Für die Fälle, in denen man das nicht schafft und die Angst zu groß ist, hat die katholische Kirche die Beichte erfunden.
Für manche Menschen eine Chance.
Für die weniger Gläubigen kann es hilfreich sein, sich den gemachten Fehler einzugestehen und selbst zu vergeben.
Ich denke, Du hast mit diesem Text einige Handlungsoptionen gelesen und bekommen.
Du kannst auch nichts tun und weiter ein schlechtes Gewissen haben.
Daran bist Du dann allerdings selbst schuld.
© Hans Lunkeit